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Hi!

…und willkommen bei Bklynbabe. Ich bin mit 42 Mama geworden und im Sommer 2018 mit Mann und 6 Monate altem Baby nach New York gezogen. Jede Menge Abenteuer inbegriffen…

Tipp, baby, tipp!

Tipp, baby, tipp!

Die Trinkgeldfrage fand ich schon immer schwierig. Natürlich soll ein besonders guter Service auch belohnt werden. Nur ärgert es mich, wenn ein Trinkgeld per se vorausgesetzt wird. Warum sollte ich einem Taxifahrer Trinkgeld geben, der unfreundlich ist, mich drei Mal fragt, wie er fahren soll und dessen Taxi riecht, als hätte er zuletzt eine Horde Meerschweinchen befördert? Ich gebe Trinkgeld nur, wenn ich auch wirklich sehr zufriedenen bin. Da kann der Taxifahrer dann gerne quälend lange nach Wechselgeld suchen, ich habe inzwischen gelernt, ebenso quälend lange im Taxi sitzen zu bleiben. 

Nichts desto trotz war es für mich eine Erleichterung, mir in UK keine Gedanken mehr über Trinkgelder machen zu müssen. Service included heisst es so schön auf der Rechnung. Klappe zu, Affe tot. 

Ganz anders in den USA. Selbst der Typ oder das Mädel hinter der Bar, an der ich mir SELBST etwas hole, erwartet ein Trinkgeld. Die Gläser und Becher mit der Aufschrift TIP sind so riesig, man kann sie eigentlich nicht übersehen. Ich tue es trotzdem. Und noch schlimmer: Ich fordere fälschlicherweise einbehaltenes Trinkgeld sogar zurück!

So geschehen bei meinem ersten Frisörbesuch in Williamsburg. Ein Aveda-Laden. Schick, teuer. Trotzdem kommt mein Wasser in einem Pappbecher und am Spiegel vor mir überdimensioniert der Hinweis „Tipps prefered CASH“. Oh ja, CASH in Großbuchstaben. Nicht zu übersehen. Ok denke ich, Maria hat wirklich gut geschnitten und auf Anhieb die richtige Farbe gemischt, das ist viel wert. Und sicherlich Trinkgeld-würdig. Nachdem ich am Empfang mit Karte meine 130 Dollar gezahlt habe, fragt mich die unfreundliche Empfangsdame ohne mit der Wimper zu zucken, ob ich denn vorhätte, Maria ihr Tipp in Bar zu geben. Das hätte ich, sage ich und reiche ihr den 20 Dollarschein mit der Bitte, ihn kleinzumachen. Oh, thank you, sagt selbige und steckt ihn in ihre Hosentasche. 

Ein paar Sekunden stehe ich da nur und warte. Kann ja nur ein Missverständnis sein. Aber nein, die Dame möchte sich gerade der nächsten Kundin zuwenden, als ich dazwischenfunke. Sorry, this 20 Dollar were meant to be changed. Das mag in den USA peinlich sein, möglicherweise grob. Vielleicht typisch deutsch. Es ist mir egal. Ich stecke 15 Dollar in Marias Glas am Frisiertisch und bleibe dabei. Guter Service, gutes Trinkgeld. Kein Service, kein Trinkgeld.

Easy friendship

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I love deutsche Spiessigkeit

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